GONALGIE
chronischer Kniegelenkschmerz,
chronische Gonarthralgie
Der Begriff "Gonarthralgie"
Der Wortteil "Gon" bezieht sich auf "Genu" = Knie, "arthr" stammt von "Articulatio" = Gelenk und die Endung "algie" bedeutet Schmerzhaftigkeit. Die weit verbreitete Abkürzung für Gonarthralgie ist einfach Gonalg ie. So bezeichnet der Mediziner ein schmerzhaftes Knie (Kniegelenk).
Das Kniegelenk (Articulatio genus) ist ein sog. Drehwinkelgelenk. Es ermöglicht die Beugung und Streckung sowie - bei erschlafften Seitenbändern - eine beträchtliche Drehung des Unterschenkel s.
Ein
Kniegelenkschmerz kann viele Ursachen haben. Die häufigste Ursache
für die Gonalgie ist eine
Arthrose, eine vorwiegend degenerative
(= abnutzungsbedingte)
Gelenkerkrankung, die (mit großen Schwankungen) erst mit zunehmendem
Alter auftritt.
Bei der sog.
Arthrosis def ormans (Ar thropathia defor mans) bestehen chronische, schmerzhafte, zunehmend funktionsbehindernde
Gelenkveränderungen infolge eines Mißverhältnisses von Tragfähigkeit und
Belastungen.
Betroffen sind vor allem das
Hüftgelenk
und
Kniege lenk
.
Die Ausbildung einer
Arthrose
und der damit verbundene Kniegelenkschmerz kann durch mehrere Faktoren
begünstigt werden. So z.B. Überlastungen ( z.B. beim Fliesenleger),
Vorschädigungen infolge eines Unfalls oder auch eigenständige
Gelenksentzündungen (Arthrits).
Relativ häufig tritt die Gonalgie nach Sportverletzungen auf, meist infolge einer Schädigung
der Gelenkzwischenscheibe (Meniskus).
Auch die Chondropathia patellae kann zu einer Gonalgie bzw. Gonarthralgie führen. Es liegt ein Knorpelleiden der Kniescheibe vor, hervorgerufen durch Knorpelerweichung unterhalb derselben. Vorausgegangen ist eine Auffaserung und Abschilferung des Knorpels.
Eher selten können auch Tumore zu einer Gonalgie führen, meist gehen diese von der Innenhaut der Gelenkkapsel (Membrana synovialis) oder von der Gelenkkapsel selbst aus. An gutartigen Tumoren kommen vor:
Lipome (= Fettgewebsgeschwulste),
Fibrome (= Bindegewebsgeschwulste) oder
Hämangiome (= Wucherungen von Blutgefäßen).
Bösartig ist das
maligne Synovialom.
Besonders bei Kinder und Jugendlichen ist daran zu denken, daß ein Kniegelenkschmerz
als zunächst einziges Symptom (= Krankheitszeichen)
auch
bei einem Tumor in den benachbarten
Knochen
(Unter- und Oberschenkel) auftreten
kann.
Zu einer
Gonarthralgie kommt es auch bei
einer Gelenkentzündung (Gonarthritis) infolge einer
Systemerkrankung. I.d.R. sind dann aber mehrere
Gelenke betroffen. Als Ursache
dominieren rheumatische bzw. rheumatoide
(= rheumaähnliche)
Prozesse.
Im Jugendalter können schmerzhafte Gelen ke bzw. eine Gonalgie im
Rahmen einer systemischen juvenilen chronischen
Arthritis (Still Syndrom) auftreten,
eine meist symmetrisch verteilte Polyarthritis
(= En tzündung in mehreren
Gelen ken).
Begleitende Krankheitszeichen sind Fieber, Milz- und Lebervergrößerung sowie
Lymphknotenschwellungen.
Bei oder nach Infektionskrankheiten (z.B. Masern,
Mumps, Röteln, Windpocken) kann es ebenfalls zu schmerzhaften Gelen ken
und damit auch zu einer Gonalgie kommen, sog. parainfektiöse reaktive
Arthritiden.
Schmerztherapie
bei chronischem
Kniegelenkschmerz:
Grundsätzlich gilt, daß durch eine geeignete Diagnostik
(= Maßnahmen zur Erkennung von Krankheiten)
versucht werden muß, eine für die geklagte Gonalgie ursächliche, spezifische
Erkrankung zu entdecken. Gelingt dies, so muß diese zunächst kausal
(= entsprechend der Krankheitsursache)
behandelt werden.
Dazu Beispiele: Wird die Gonarthralgie durch eine
Einklemmung des Meniskus (=
Gelenkzwischenscheibe) verursacht,
oft mit einer Bewegungssperre einhergehend, so hilft meist nur ein operativer
Eingriff in Form einer Kniespiegelung. Ist der Kniegelenkschmerz Folge eines
bereits weitgehend zerstörten Gelenkes, so kommt eigentlich nur die operative
Einpflanzung einer sog. Endoprothese in Frage.
Bei einer rheumatisch bedingten Gonalgie überläßt der
Schmerztherapeut die medikamentös/ systemische
Grundbehandlung dem erfahrenen Rheumatologen.
Verbleibet nach einer
krankheitsspezifischen Behandlung dennoch eine Gonarthralgie, so eignen sich zur
Behandlung folgende Maßnahmen, wobei eine anhaltende Gonalgie praktisch immer eine
Kombination von verschiedenen Therapieverfahren erfordert:
Medikamentöse Schmerzbehandlung
bei
Kniegelenkschmerz:
Akut
(= plötzlich einsetzend, heftig) und
subakut (= eher schleichend verlaufend)
können zunächst (vorwiegend)
peripher wirkende
Analgetika
(= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken)
eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika
(=
Rheumamittel),
aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende wie z.B.
Mobec®.
Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2
Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®)
oder Etoricoxib (Arcoxia®),
allerdings scheint bei dieser Wirkstoffgruppe das Herzinfarkt- und
Schlaganfallrisiko erhöht zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer.
Bei stärkeren
schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch Muskelrelaxanzien
(= Mittel zur Muskelentspannung) (z.B.
Norflex®, Mydocalm®) verordnet werden. Manchmal sind aber chronische Schmerzzustände nur
mit zentralwirkenden Analgetika (z.B. Tramadol, Valoron N®
oder gar Morphin)
(= im Gehirn bzw.
Rücken
mark wirkende
Schmerzmittel) beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber auch bei einer chronische n Gonalgie eine längerfristige
Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar Abhängigkeit
vermieden werden.
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden
Antidepressiva
(= Mittel gegen Depression, aber auch
bei chronischen
Schmerzen hilfreich) (z.B.
Doxepin, Maprotilin) hilft in vielen Fällen Schmerzmittel einzusparen.
Therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel)
bei chronischem Kniegelenkschmerz:
Bei anhaltenden
Schmerzen sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Eine sehr
wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist die
therapeutische Lokalanästhesie mit einem langwirkenden örtlichen
Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und
Nervenblockaden. Dabei wird das schmerzhafte wiederholt (stationär
bei uns zwei mal täglich) großzügig perikapsulär
(= um die Gelenkkapsel herum)
infiltriert. Das Kniege lenk
kann auch mit "Zeel" umspritzt werden, was
manchen Patienten mit "homöopathischer" Grundeinstellung sehr entgegen kommt.
Als nächst höhere Therapiestufe kommen wiederholte Blockaden
(= Betäubungen)
des vorderen Oberschenkelnervs (N. femoralis) in Frage, in hartnäckigen
Fällen auch kontinuierlich mit Katheter*.
Grundsätzlich wird das
Lokalanästhetikum (= örtliche
Betäubungsmittel) jeweils so verdünnt
verabreicht, daß nur die Sensibilität
(= u.a. Schmerzempfindung) betroffen
ist, die Motorik (= Muskelfunktion)
aber erhalten bleibt und damit begleitend intensive, gelenkfunktionserhaltende
sowie funktionsfördernde krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich sind,
bzw. bei stärkeren Schmerzen durch Hemmung der Nozizeption
(= Schmerzreizleitung)
erst möglich werden.
Nervenblockaden haben darüber hinaus einen sehr günstigen
Nebeneffekt. Durch die gleichzeitige Blockade vegetativer Nervenfaseranteile
kommt es im korrespondierenden Gewebebereich zu einer sehr deutlichen
Mehrdurchblutung, die jedem entzündlich/ degenerativen Prozeß
nachhaltig entgegenwirkt. In diesem Sinne ist diese Behandlung nicht nur
symptomatisch (= nicht nur auf den
Schmerz gerichtet), sondern auch kurativ (= heilend).
*
Bei der sog. kontinuierlichen
Nervenblockade mit Katheter wird der dünne
Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerven
eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle
hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über
diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen
Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt.
In
bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch
den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden.
Physikalische
Schmerztherapie bei einem chronischen
Kniegelenkschmerz:
Auch eine Elektrostimulation kann bei einer chronische n Gonalgie eine Beschwerdelinderung
herbeiführen. Die transkutane Nervenstimulation mit
Niederfrequenzgenerator (TENS) hat den Vorteil, daß sich die Patienten
bei Bedarf selbst behandeln können. Die Elektroden werden paarig über dem Gelen k
aufgeklebt. Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße
kann die Wirkung optimiert werden.
Eine weitere physikalische
Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche Kältetherapie im
Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen Kaltluftgenerator, dessen
Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C abgekühlt ist. Manche Patienten mit einer Gonalgie
(Kniegelenkschmerz)
empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen (Rotlicht)
als besser wirksam. Warme Bäder können ebenfalls eine Gonalgie lindern.
Die
Verordnung von gewöhnlichen Massagen ist auch bei einer Gonarthralgie
nicht sinnvoll. Für den Patient
mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber unter schmerztherapeutischem
Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen Kosten.
Nahezu
unverzichtbar hingegen ist bei einer chronische n Gonalgie die heilgymnastische Therapie, da
meist nur diese geeignet ist, Gelenkfunktionen zu fördern bzw. zu erhalten.
Andere Therapiemaßnahmen
bei
chronischer
Gonarthralgie:
Der
Vollständigkeit halber darf die Akupunktur
(Schmerzakupunktur) zur Behandlung
bei einem
chronischen Kniegelenkschmerz nicht unerwähnt bleiben. Auch eine
Magnetfeldtherapie
(pulsierende
Signaltherapie)
kann hilfreich sein.
Wenn eine chronische Gonarthralgie längerfristig besteht, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.
weitere Gelen kschmerzen:
Hüftgelenkschmerzen
Kniegelen kschmerzen
Schultergelenkschmerzen
Zum Schluß noch eine gute Nachricht für alle Schmerzpatienten
Sozialgericht
stärkt die Rechte von Schmerzpatienten.
Danach hat ein Schmerzpatient das Recht in einer
schmerztherapeutischen Klinik
behandelt zu werden,
er
muß
also nicht
irgendeine der sonst üblicherweise angebotenen Rehabilitationen akzeptieren
sondern kann unter Hinweis auf das Urteil
gleich Widerspruch einlegen.
Hier
gelangen Sie zu dem Urteil (dieses gilt sinngemäß natürlich nicht nur für die
Rentenversicherungen sondern auch für Krankenkassen), das mittlerweile
rechtskräftig ist. Pressemitteilung dazu:
http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik
Aktualisiert: 17.06.2006
k u
A
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B
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Schmerz nach Amputation,
Schmerz im Bauch,
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Schmerz in der Bauchhöhle,
Schmerz im Becken,
Schmerz im Bein,
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Berührung,
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Berührungen,
Schmerz bei Bewegung,
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Bewegungen,
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Schmerz der Eingeweide,
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Fersen,
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Hüften,
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Kniegelenk,
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Schmerz im Leib,
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Schmerz im Ohr,
Schmerz im Oberbauch,
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im Schultergelenk,
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<strong>Gonarthralgie</strong>
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aktualisiert: >24.06.2006</> k u